Bahnfiguren

Hier findest du Zeichnungen der Bahnfiguren sowie und kurze Beschreibungen der verschiedenen Bahnfiguren.

Bahnfiguren werden auch Hufschlagfiguren genannt und sind vorgegebene Linien in der Reitbahn, welche mit Hilfe der Bahnpunkte ausgeführt werden. Sie werden auf den Reitturnieren in den verschiedenen Dressurprüfungen verlangt, wobei die Korrektheit der Ausführung bewertet wird.

Bereits im Reiterwettbewerb werden z.B. „auf dem Zirkel geritten“, „aus dem Zirkel wechseln“ oder auch „durch die ganze Bahn wechseln“ gefordert.

Bahnfiguren dienen auch bei der Arbeit zuhause dazu, das Pferd zu gymnastizieren und die Längsbiegung sowie die Durchlässigkeit zu verbessern. Stellung und Biegung sollen der Bahnfigur entsprechend gefordert werden.

Beispielweise wird auf dem Zirkel eine vermehrte Biegung durch den Körper des Pferdes und Stellung im Hals und Genick verlangt.
Auf der ganzen Bahn wiederum wird das Pferd gerade gerichtet.
Dies alles geschieht mit Hilfe der Schenkel-, Kreuz- und Gewichtshilfen.

Der erste Hufschlag befindet sich parallel zur Bande bzw. Bahnbegrenzung. Auf diesem reitet man im Trab und Galopp. Im Schritt weicht man auf den zweiten Hufschlag aus, welcher in Richtung Bahnmitte neben dem ersten Hufschlag ist. Wenn mehrere Reiter in der Bahn sind und es wird auf beiden Händen geritten, so gilt: linke Hand hat Vorfahrt! Wer auf der rechten Hand ist, muss den Reitern auf der linken Hand ausweichen.

Die Reitbahn hat verschiedene Bahnpunkte. Du kannst sie Dir am besten mit einem alten Spruch merken:

  • A lte
  • K ühe
  • E ssen
  • H eu
  • C älber
  • M ögen
  • B esseres
  • F ressen

Ganze Bahn

Beim Kommando „ganze Bahn“ reitet man auf dem Hufschlag. Bei dieser Hufschlagfigur reitet man die Ecken aus.

Ganze Bahn geritten

Halbe Bahn

Man reitet – wie der Name es sagt – die Hälfte der ganzen Bahn. Dabei wendet man bei den Punkten E bzw. B vom Hufschlag ab und reitet zum gegenüberliegenden Punkt B bzw. E.

In den Dressuraufgaben wird diese Bahnfigur wie folgt beschrieben / gelesen:
B rechts bzw. links um und E rechts bzw. links um

Halbe Bahn geritten

Zirkel

Der Zirkel ist ein großer Kreis, bei welcher der Hufschlag nur an den Bahnpunkten A bzw. C (je nachdem auf welchem Zirkel man reitet), X und den beiden Zirkelpunkten berührt wird. Da es ein Kreis sein soll, werden die Ecken natürlich nicht ausgeritten sondern abgerundet.

In den Dressuraufgaben wird diese Bahnfigur wie folgt beschrieben / gelesen:
A-X-A bzw. C-X-C auf dem Zirkel geritten

Zirkel

Mittelzirkel

Der Mittelzirkel ist in der Mitte der Bahn. Man berührt dabei die Bahnpunkte E und B und die „gedachten“ Punkte zwischen den jeweiligen Zirkelpunkten und reitet einen Kreis.

In den Dressuraufgaben wird diese Bahnfigur wie folgt beschrieben / gelesen:
E-B-E bzw. B-E-B Auf dem Mittelzirkel geritten

Mittelzirkel

Aus dem Zirkel wechseln

Man befindet sich auf einem Zirkel, reitet bei X eine Pferdelänge geradeaus und wechselt bei X auf den anderen Zirkel. Ist man im Leichttraben, muss man bei X umsitzen.

In den Dressuraufgaben wird diese Bahnfigur wie folgt beschrieben / gelesen:
A-X-C bzw. C-X-A Aus dem Zirkel wechseln

Aus dem Zirkel wechseln

Durch den Zirkel wechseln

Man ist bereits auf dem Zirkel und wendet an der offenen Zirkelseite Richtung Mittelpunkt des Zirkels ab. Dort reitet man eine Pferdelänge geradeaus, um dann einen Handwechsel zu machen und den Zirkel auf der anderen Hand fortzusetzen.

Durch den Zirkel wechseln

Durch die ganze Bahn wechseln

Nach dem Durchreiten einer Ecke wendet man am Wechselpunkt K, M, F oder H ab und reitet diagonal zum anderen Wechselpunkt (also K – M oder F – H bzw. umgekehrt). Beim Leichttraben erfolgt das Umsitzen am neuen Wechselpunkt.

In den Dressuraufgaben wird diese Bahnfigur wie folgt beschrieben / gelesen:
F-X-H bzw. H-X-F oder K-X-M bzw. M-X-K Durch die ganze Bahn wechseln

Durch die ganze Bahn wechseln

Durch die halbe Bahn wechseln

Nach dem Durchreiten einer Ecke wendet man am Wechselpunkt K, M, F oder H ab und reitet zur Mitte der gegenüberliegenden langen Seite (zu den Bahnpunkten E bzw. B). Beim Leichttraben erfolgt das Umsitzen am neuen Wechselpunkt. Durch die halbe Bahn wechseln kann auch umgekehrt, von der Mitte der langen Seite zum Wechselpunkt hin erfolgen.

In den Dressuraufgaben wird diese Bahnfigur wie folgt beschrieben / gelesen:
F-E bzw. E-F oder M-E bzw. M-E oder H-B bzw. B-H oder K-B bzw. B-K Durch die halbe Bahn wechseln

Durch die Länge der Bahn geritten

Man wendet an den Bahnpunkten A bzw. C auf die Mittellinie ab und reitet zum Bahnpunkt an der gegenüberliegenden kurzen Seite (A bzw. C). Es findet kein Handwechsel statt.

Durch die Länge der Bahn geritten

Durch die Länge der Bahn wechseln

Wie bei „durch die Länge der Bahn geritten“ wendet man bei A bzw. C ab und reitet auf der Mittellinie zum gegenüberliegenden Bahnpunkt und wechselt dort auf die andere Hand. Beim Leichttraben findet bei Erreichen des neuen Hufschlages das Umsitzen statt.

In den Dressuraufgaben wird diese Bahnfigur wie folgt beschrieben / gelesen:
A-X-C bzw. C-X-A Durch die Länge der Bahn wechseln

Durch die Länge der Bahn wechseln

Aus der Ecke kehrt

Am Ende einer langen Seite reitet man eine halbe Volte und danach zum Bahnpunkt E bzw. B und macht einen Handwechsel. Je nach Klasse (also E, A, … bis S) variiert der Durchmesser der Volte (8 m bzw. 10 m) und auch das Zurückkehren auf den Hufschlag findet dementsprechend früher bzw. später statt.

In den Dressuraufgaben wird diese Bahnfigur wie folgt beschrieben / gelesen:
Nach H bzw. K bzw. M bzw. F Aus der nächsten Ecke kehrt.

Aus der Ecke kehrt

Einfache Schlangenlinie

Nach Durchreiten der Ecke wendet man am Wechselpunkt F, M, K bzw. H vom Hufschlag ab und reitet einen Bogen zum Wechselpunkt an der gleichen langen Seite, wobei die Entfernung am weitest entfernten Punkt in der Mitte der langen Seite 5 m zum Hufschlag beträgt.

Doppelte Schlangenlinie

Bei der doppelten Schlangenlinie werden an einer langen Seite zwei Schlangenlinien hintereinander geritten. Die erste Schlangenlinie wird bei E bzw. B beendet und sofort die zweite Schlangenlinie begonnen. Der Abstand vom Hufschlag zum weitest entfernten Punkt der ersten sowie zweiten Schlangenlinie beträgt 2,5 m.

Schlangenlinie durch die Bahn mit 3-5 Bögen

Man reitet die Schlangenlinien mit 3, 4 oder 5 Bögen durch die Bahn. Bei jedem Durchreiten der Mittellinie muss im Leichttraben umgesessen werden.

In den Dressuraufgaben wird diese Bahnfigur wie folgt beschrieben / gelesen:
A-C oder C-A Schlangenlinien durch die Bahn „X“ Bögen

Schlangenlinien mit 3 Bögen
Schlangenlinien mit 4 Bögen
Schlangenlinien mit 5 Bögen
X